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Jugend verpasst?!

17. April 2009 um 20:27

Hallo ihr Lieben,

erstmal vorne weg ich bin neu hier, weiß daher auch nicht ob das Thema in das Forum passt. Vielleicht kann es gegebenenfalls jmd von euch verschieben...

Nun zu meinem Anliegen:

Ich bin 20 Jahre alt und ich merke von Zeit zu Zeit dass mich das "Älter werden" beschäftigt. Bevor ich meine Gedanken dazu genauer beschreibe, ein kurzer Einblick in die letzten 4 Jahre meines Lebens:

Die Beziehung zu meinen Eltern war von klein auf eher schwierig. Ich habe eine recht harte Erziehung erfahren, wodurch ich recht früh erwachsen wurde (was ich zumindest vermute).
Ich hatte schon früh Gedanken, die eigtl Jugendliche erst mit 16 beschäftigen. Mit 10 oder 11 Jahren ging das Ganze los und hat sich immer mehr zugespitzt. Mit 16 Jahren bin ich dann von zuhause mehr oder weniger abgehauen und zu meinem damaligen Freund und seiner Familie gezogen. Ich hab mich total an ihn geklammert ich wollte einfach iwie eine eigene Familie haben, hab schon bald an heiraten gedacht usw. Ich hab es mir immer gewünscht, wenn ich aber ehrlich zu mir bin hätte er mich ernsthaft gefragt hätte ich nein gesagt, weil es einfach viel zu früh gewesen wäre.
Nach knapp 3 Jahren ging die Beziehung in die Brüche, mittlerweile bin ich extrem froh darüber. Mit der Zeit wurde es leichter mit der Trennung umzugehen und ich sah was alles schief gelaufen ist und wie froh ich war frei zu sein. Es folgten 1-2 mehr oder weniger kurze "Beziehungen" teilweise auch nur mit Geknutsche... Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin dann hab ich bald gemerkt ich bin eigtl auf der Suche nach einer festen Beziehung, halte es vielleicht alleine auch gar nicht aus... mein Ex schwebte mir aber noch im Kopf rum.

Dann nach ca. 4 Monaten hab ich meinen jetzigen Freund völlig unerwartet kennengelernt und es war wirklich wie im Bilderbuch gesehen und schwupps wumm umgehauen verliebt =)

Von da an war mein Ex vergessen.... Mittlerweile bin ich knapp ein Jahr mit meinem Schatz zusammen und er erfüllt mir all das was ich mir je gewünscht hab.
Er spricht sogar offen über Heirat, Familie und Kinder, gibt mir das Gefühl dass er es wirklich ernst meint und steht auch in der Öffentlichkeit (z. B. bei Freunden und Eltern) dazu.

Ich bin super glücklich mit ihm.

Jetzt zu meinen "Problemen" bzw eher "Fragen":

Jugendliche in meinem Alter gehen jedes Wochenende feiern/Party machen, Trinken auch mal eins über den Durst, Treffen sich mit Freunden, Grillen, sind nur am Shoppen, genießen ihr Leben, machen sich eher weniger Gedanken sind einfach locker und frei, haben vielleicht auch die eine oder andere Nacht erlebt in der sie in einem Bett aufwachen und ihr Gegenüber nicht kennen usw.... ich denke ihr wisst was ich meine....

Ich dagegen sitze in meiner Wohnung, kümmere mich um Haushalt, zeichne gehe Tanzen, gehe mit einer Freundin spazieren und halte Krisendiskussionen, wenn dann gehe ich nur mal was kleines in ner Bar trinken, ins Kaffee, mit Freunden sitze ich gerne zusammen und rede, dann aber meist eher über ernste Themen, gehe mit meinem Freund Fischen....ich sag mal so das "wilde Leben der Teenager" habe ich irgendwie nicht erlebt, bin jetzt 20 und jetzt bekomme ich Angst was zu verpassen.

Ich habe nicht das Bedürfnis danach das alles nachzuholen oder mehr zu unternehmen. Ich persönlich habe keinen Spaß daran, für einen Abend Spaß 50 rauszuhauen, was zu trinken, zu tanzen und am nächsten Morgen nen Kater zu haben. 1 mal im Monat viell wenns hochkommt ok aber mehr auch nicht..

Ich liebe meinen Freund von ganzem Herzen und ich habe sowohl wegen ihm, aber auch einfach wegen mir selbst Angst dass ich jetzt wo ich jung bin meine Jugend nicht leben kann oder lebe und dann später wenn es wirklich vielleicht um Familie und Erwachsen sein geht plötzlich ausbrechen zu müssen..

Kennt ihr das Gefühl ? Findet ihr das normal in meinem Alter?
Hat vielleicht jmd ähnliche Erfahrungen gemacht?
Bin ich vielleicht durch die Erlebnisse von früher viel zu schnell erwachsen geworden, kann meine Gedanken gar nicht mehr ausschalten und gar nicht mehr unbeschwert sein?

Vielen Dank erstmal für diejenigen die diesen langen Text bis zum Ende durchgelesen haben und für eure Antworten!

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20. April 2009 um 19:51

Ich glaube nicht
Hallo Larrissa,

ich glaube nicht, dass Du irgendwann mal das Gefühl hast, etwas zuverpassen. Menschen sind unterschiedlich und haben ganz verschiedene Vorstellungen von "spaß haben".
Dich macht es glücklich z. B. zu Hause zu sein, was für eine "geborene Partymaus" der absolute Alptraum wäre, genauso wie es für Dich der Alptraum wäre, jedes WE zu feiern mit morgigem Kater
Ich würde mir an Deiner Stelle keine schlechten Gedanken machen, wenn Du nichts vermisst und genauso glücklich bist, dann ist das einfach so und es gibt keine gute oder schlechte Art zu Leben, halt jeder wie er möchte.
Mach Dich also nicht verrückt und genieße Dein Leben, so wie Du es Dir gestaltest und Dich glücklich macht.

LG Candymaus

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30. April 2009 um 20:19

Angst etwas zu verpassen!
Ich kann mir schon vorstellen, dass die Gedanken kommen, dass du was verpassen könntest.
Aber du kannst es auch von der anderen Seite sehen: Du brauchst nicht mehr nach Mr. Right zu suchen - du hast ihn schon gefunden.
Deshalb brauchst du keine one night stands, Kater am nächsten Morgen, etc....
Sprich mal mit deinem Schatz darüber. Ich denke, wenn ihr eure Beziehung pflegt, auch mal witzige und dumme Dinge macht, dann hat keiner von euch das Gefühl, etwas zu verpassen!
Manche Menschen glauben einem auch nicht, wenn man sagt:"Da verpasst du nichts!" Die müssen es selbst herausfinden um danach das Gleiche sagen zu können.. Manches "muss" auch nachgeholt werden.
Denk mal nach, was du in deinen Augen verpassen könntest! Durch die Betten bumsen wirst du ja bestimmt nicht damit meinen. Und solange ihr noch keine Kinder habt, steht euch ja fast alles offen! Neues Auto, schöne Wohnung, tolle Urlaube, regelmäßig weggehen, im Verein sein,... Macht euch da Gedanken drüber. Dann kommt keine Langeweile auf und somit verpasst ihr auch nichts.
Und jeder hat ein anderes Leben. Was dir gefällt, wäre für deine Freundin nichts und umgekehrt. Über Vieles wirst du sogar froh sein, dass du das nicht erleben musstest!

Alles Gute, guteStiefmutter

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22. November 2009 um 19:47

Hauptsache Du fühlst Dich gut dabei
Ich bin auch in einem strengen Haushalt aufgewachsen und bin schon recht früh Erwachsen werden müssen. Ich habe seid dem ich 16 bin nur lange Beziehung hinter mir, die mehere Jahre genauert haben. Ich war schon sogar mal verlobt mit 20. Genau wie Du habe ich mehr das familiäre Leben gelebt und war glücklich. (Die familie die man nicht hatte) Es hat mir nichts ausgemacht, dass meine Freundinen jedes Wochenende tanzen gegangen sind. Ich hatte eben Lust mit meinem Schatz zu Hause zu bleiben oder mit Freunden mal essen zu gehen und was auch immer noch in diese Kategorie reifällt, Du kennst es ja. Jetzt mit 29 gehe ich fast jedes Wochenende weg, tanzen, trinken und das was man eben mit Anfang 20 macht. Anscheinend soll es wohl so sein. Man soll sich nicht zwingen so zu leben und zu fühlen, wie die anderen Altersgenossen.

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7. Dezember 2009 um 11:04

Hmmm...
jedem das Seine. Meine Eltern waren auch immer sehr streng, ich durfte als Minderjährige fast gar nicht am Wochenende ausgehen und wenn, dann nur bis 22 Uhr. Selbst als ich 18, 19 war musste ich fast immer daheim bleiben. Erst mit 21 fing ich an, so ca. 1x im Monat auszugehen und selbst dann hatte ich um Mitternacht zu Hause zu sein.

Mit 23 war ich dann mit der Ausbildung fertig (hatte mit 20 Abi gemacht) und fing dann an so "richtig zu leben". Ich ging mehrmals pro Woche weg, war fast jedes WE betrunken, rauchte wie ein Schlot, ab und an gabs auch bissl Gras... ja, ich lebte so richtig in den Tag hinein. Andere junge Leute legten ihr selbst verdientes Geld auf die Seite, sparten auf eine Wohnung oder gar ein Haus oder machten sonstwas damit, während ich feierte und feierte und alles ausgab. An einen Auszug von zu Hause dachte ich noch lange nicht, schließlich war sowas mit Geldausgaben verbunden, und ich wollte mein Geld lieber für Parties, Reisen usw. verbraten.

Heute bin ich 33 und bereue so einiges. Ich habe zwar sehr viele schöne Tage erlebt, aber ich kann immer noch nicht mit Geld umgehen und muss im neuen Jahr sehr hart an mir arbeiten. Es wird nicht leicht für mich sein auf Dinge zu verzichten, die für mich selbstverständlich geworden sind.

Du kannst froh sein, dass du diesen enormen Freiheitsdrang nicht hast... wenn ich lese wie du lebst, komme ich mir neben dir vor wie ein Teenager. Du schreibst du kümmerst dich um den Haushalt... ich bin erst mit 31 ausgezogen und musste vieles sehr spät lernen. Na ja, besser eine späte Einsicht als gar keine .

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14. Dezember 2009 um 1:55

Ja mir gehts fast genauso
ich bin jetzt 21 und leb seit anderthalb jahren mit meinem freund zusammen.Ich bin auch mit sechzehn weg von zu hauseund hatte so mach probleme.die angst seine jugend zu verpassen hat irgendwo denk ich aber jeder,es liegt aber glaub ich daran das man mit zwanzig einfach geginnt die spannweite seines lebens zu erfassen.mit ausleben das meiner meinung nach nix zu tun.
die meisten meiner freunde waren als teenies auch nicht die wildesten...ich mein die meisten sind unglaublich poppelige nicht gerade attraktive halbmenschen gewesen und haben sich hinter büchern oder im zimmer vergraben.. auch die die erst mit 20 ausgezogen sind, das vergisst man oft.die haben ihre jugend auch nicht verpasst, nur eben anders erlebt.... das koma saufen ist auch nicht gerde die art wie man die jugend am bewusstesten erlebt... immerhin können die sich meistens an mehr als die hälfte davon nicht erinnern..
die verpassen da viel mehr.
das beängstigende für mich ist die frage ob alles so bleibt, und ob es gut wäre wenn.

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13. Januar 2010 um 20:17
In Antwort auf melissa1919

Hmmm...
jedem das Seine. Meine Eltern waren auch immer sehr streng, ich durfte als Minderjährige fast gar nicht am Wochenende ausgehen und wenn, dann nur bis 22 Uhr. Selbst als ich 18, 19 war musste ich fast immer daheim bleiben. Erst mit 21 fing ich an, so ca. 1x im Monat auszugehen und selbst dann hatte ich um Mitternacht zu Hause zu sein.

Mit 23 war ich dann mit der Ausbildung fertig (hatte mit 20 Abi gemacht) und fing dann an so "richtig zu leben". Ich ging mehrmals pro Woche weg, war fast jedes WE betrunken, rauchte wie ein Schlot, ab und an gabs auch bissl Gras... ja, ich lebte so richtig in den Tag hinein. Andere junge Leute legten ihr selbst verdientes Geld auf die Seite, sparten auf eine Wohnung oder gar ein Haus oder machten sonstwas damit, während ich feierte und feierte und alles ausgab. An einen Auszug von zu Hause dachte ich noch lange nicht, schließlich war sowas mit Geldausgaben verbunden, und ich wollte mein Geld lieber für Parties, Reisen usw. verbraten.

Heute bin ich 33 und bereue so einiges. Ich habe zwar sehr viele schöne Tage erlebt, aber ich kann immer noch nicht mit Geld umgehen und muss im neuen Jahr sehr hart an mir arbeiten. Es wird nicht leicht für mich sein auf Dinge zu verzichten, die für mich selbstverständlich geworden sind.

Du kannst froh sein, dass du diesen enormen Freiheitsdrang nicht hast... wenn ich lese wie du lebst, komme ich mir neben dir vor wie ein Teenager. Du schreibst du kümmerst dich um den Haushalt... ich bin erst mit 31 ausgezogen und musste vieles sehr spät lernen. Na ja, besser eine späte Einsicht als gar keine .


ich hab einen angeborenen Herzfehler und hab deshalb vieles was für Jugendliche normal war, nicht gemacht. (naja sagen wir manches)

Ich habe mich auch oft gefragt ob ich etwas verpasse. Und in den meisten Fällen denke ich mir: "Nein, du hast nichts verpasst" Sich bis zum Filmriss ansaufen, mit der nächstbesten berrückenden Dame in die Kiste zu steigen und am nächsten Tag mit einem Kater (u natürlich auch mit der hoffentlich nicht schwangeren Mietze) aufzuwachen, fehlt mir glaube ich kein bisschen.
Auf Partysgehen und Spass haben, das geht finde ich auch prima ohne Alkohol oder Nikotin. Obwohl eine Party mit schlechter Stimmung für einen betrunkenen sicher netter ist als für einen nüchternen. (Ein Betrunkener hat glaube ich weniger Ansprüche)

So wie Melissa einfach Party zu machen, ohne dabei aufs Geld zu schauen bzw. an ein Morgen zu denken, das könnte ich aber nicht. (was nicht heißt dass das schlecht ist was du tust, liebe Melissa) Vielleicht kann ich das ja noch lernen (wenigstens für ein paar Tage im Jahr)

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23. Januar 2010 um 17:36

Du hast gefunden, was andere noch suchen
Hallo Larissa,

mag sein, dass Dein Leben kein Drehbuch abgibt für eine Daily Soap oder einen Action-Reisser.

Aber: Während sich andere mit ihren Heldentaten vom Wochenende brüsten, hätte sie insgeheim gerne eine Beziehung, in der sie verläßlich Geborgenheit finden.

Sei froh, dass weder Geltungsbedürfnis noch Beziehungsunfähigkeit Euer Leben bestimmen.

Du bist auf dem richtigen Weg und das Leben ist mit 20, 30, 40 oder 50 noch lange nicht vorbei.

O.

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31. Januar 2010 um 15:11

Mhmmm
Hey,

im Leben sind viele Dinge zweischneidig. Man kann nicht hundertprozentig das Leben von anderen erleben/leben.

Ich persönliche... habe in meiner Jugend viel gemacht... Partys, geraucht, mal gekifft, in Discotheken, Festivals, Konzerte, ersten Kuss usw usf..

Ich find's erstaunlich dass einem das meistens bei Leuten auffällt, was und wie die etwas durchlebt/erlebt haben. Beispielsweise auf meinem Gymnasium (ehemalige Schule) haben die Mädels mit 19 das angefangen, nachzuholen, was für mich mit 15 abgehakt war.

Ich bereue nichts und empfinde meine Jugend als absolut gelungen, wertvoll, sie hat mich bereichert, stark gemacht und ich habe unendlich viel gelernt.. ich habe mich auch sehr viele Jahre in einer Szene aufgehalten.

Ich kann mir nicht vorstellen, wenn das Leben gemäßigt abläuft und meistens sind viele Leute, die ein gemäßigtes Leben haben (nicht alle) auch "gemäßigt" in ihrer Weltsicht. Verklemmt, spießig, fast naiv kann man sagen.

Ich weiß, für manche klingt das jetzt hochnäsig, aber soll's gar nicht klingen.

Wenn dein Leben so rund läuft, dann bedarf es keiner Veränderung , aber micht hat eine faccettenreiche Jugend bereichert!

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