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Pflege der Eltern

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arabella123
23.04.22 um 20:18

Hallo ihr Lieben,

Finde ich hier jemanden, der schonmal seine Eltern gepflegt hat?
Dieses Thema kommt nämlich nun bald bei uns auf. Unsere Mutter braucht immer mehr Hilfe (sie hat zusätzlich zum hohen Alter eine Behinderung) und es wird eine schwere Zeit auf uns zukommen. Meine Schwestern und ich haben selbst schon Familien, feste Jobs etc. Da wollte ich jetzt mal anfangen, mich zu informieren, was auf uns zukommt, Erfahrungen anderer hören und Ratgeber/Tipps suchen.
Wir wissen nämlich noch nicht, ob wir es schaffen, sie selber zu pflegen, oder ob wir eine zusätzliche Pflegekraft brauchen.
Ich danke euch!

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A
abusimbel3
25.04.22 um 14:30

Da setze ich mal ein Lesezeichen und lese mit.

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sisteronthefly
30.04.22 um 15:40

Hallo, 

ich würde euch eine Beratung im Pflegestützpunkt empfehlen. Gib dazu einfach Pflegestützpunkt deines Umkreises in die Suchmaschine ein. Ihr könnt diverse Pflege- und Betreuungsdienstleistungen in Anspruch nehmen. Die Menge und der Aufwand dieser Leistungen sind vom derzeitigen Pflegegrad deiner Mutter abhängig. Eventuell ist es ratsam beim medizinischen Dienst einen Antrag auf Pflegestufe oher Höherstufung zu stellen. Deine Mutter würde von einem Mitarbeiter begutachtet, der danach die Einstufung vornimmt. Je nach Höhe der Einstufung erhöhen sich somit auch die benötigten Pflegehilfsmittel. Ohne eine Pflegestufe hat deine Mutter zumindest Anspruch auf niedrigschwellige Betreuungsangebote. Das ist nicht viel und beläuft sich in Summe etwa auf 128,00 Euro monatlich. Damit ließen sich Kleinigkeiten abdecken wie z.B. begleitete Fahrten zum Arzt oder ein wöchentlicher Einkauf. Familienmitglieder in ihrer Häuslichkeit zu pflegen ist eine liebevolle aber auch sehr herausfordernde Aufgabe. Neben der Übernahme von Pflegekosten oder den Kosten für eine Pflegekraft sollte man im Auge behalten, ob das Millieu für eine Pflege geeignet ist oder ob möglicherweise Veränderungen vorgenommen werden müssen. Teilweise gibt es hierfür auch Zuschüsse. 

Sehr wichtig ist auch, dass die Familie sich in diesem weitreichenden Schritt einig ist. Es bringt überhaupt gar nichts, wenn ein Familienmitglied Bedenken hegt oder leise Zweifel, ob er oder sie dies überhaupt zu leisten vermag. Und man sollte auch im Hinterkopf haben, welche Schritte man gehen kann, sofern es zu einer Überforderung kommt. Gute Plätze in Pflegeeinrichtungen sind nämlich dünn gesät mit teilweise jahrelangen Wartezeiten. Was ihr sowieso machen könnt, wäre einmal im Jahr eine Verhinderungspflege in Anspruch nehmen. Eure Mutter würde dann für 3-4 Wochen oder Zeit nach Absprache in einer Einrichtung gepflegt. Das käme zum Tragen für den Fall, dass die Familie Erholungsurlaub nimmt. Auch hier ist es ratsam sich rechtzeitig um den Platz zu bemühen.  Für pflegende Anghörige gibt es mittlerweise fast überall Angebote der Rehabilitation. In einigen Fällen nimmt man den zu Pflegenden einfach mit. Dieser wird dann seperat untergebracht.

LG Sis 

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03.05.22 um 6:41
In Antwort auf arabella123

Hallo ihr Lieben,

Finde ich hier jemanden, der schonmal seine Eltern gepflegt hat?
Dieses Thema kommt nämlich nun bald bei uns auf. Unsere Mutter braucht immer mehr Hilfe (sie hat zusätzlich zum hohen Alter eine Behinderung) und es wird eine schwere Zeit auf uns zukommen. Meine Schwestern und ich haben selbst schon Familien, feste Jobs etc. Da wollte ich jetzt mal anfangen, mich zu informieren, was auf uns zukommt, Erfahrungen anderer hören und Ratgeber/Tipps suchen.
Wir wissen nämlich noch nicht, ob wir es schaffen, sie selber zu pflegen, oder ob wir eine zusätzliche Pflegekraft brauchen.
Ich danke euch!

Hallo
meine Mutter hat momentan noch Pflegestufe 2. Sie hat eine leichte Demenz und hatte vor kurzem einen Schlaganfall. Die körperlichen Einschränkungen sind gering. 
Sie lebt alleine im eigenen Haus mit Garten und hat schon mehrmals gesagt, dass sie in dieser ihr vertrauten Umgebung sterben möchte.

Ich bin auch berufstätig und habe bereits Unterstützung organisiert, obwohl sie noch relativ fit ist.
Jeden Morgen kommt der Pflegedienst, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist und um zu kontrollieren, ob sie ihre Tabletten genommen hat. Das Herrichten der Tabletten übernimmt auch der Pflegedienst. Von Montag bis Freitag bekommt sie Essen auf Rädern. Alle vier Wochen macht der Hausarzt einen Hausbesuch bei ihr. Putzen und Einkaufen sowie Rasen mähen, übernehmen mein Bruder und ich im Wechsel. Die Dusche haben wir sturzsicher umgebaut. Sie kann sich somit gefahrlos selbst duschen.

Sollte sich der Gesundheitszustand verschlechtern werden wir einen höheren Pflegegrad beantragen, um noch mehr Unterstützung zu bekommen.

Mein Vater hatte Krebs und lag zum Schluss nur noch im Bett. Dreimal am Tag kam der Pflegedienst. Er konnte nicht mehr zur Toilette und nicht mehr selbstständig Essen. Einmal pro Woche kam der Hausarzt. Gott sei Dank ging dieser Zustand nicht lange. Er hatte starke Schmerzen durfte nach relativ kurzer Zeit des Leidens Zuhause sterben.

Irgendwie kriegt man es immer hin. Holt euch Unterstützung.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft.

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sisteronthefly
04.05.22 um 19:21
In Antwort auf nice-to-be-here

Hallo
meine Mutter hat momentan noch Pflegestufe 2. Sie hat eine leichte Demenz und hatte vor kurzem einen Schlaganfall. Die körperlichen Einschränkungen sind gering. 
Sie lebt alleine im eigenen Haus mit Garten und hat schon mehrmals gesagt, dass sie in dieser ihr vertrauten Umgebung sterben möchte.

Ich bin auch berufstätig und habe bereits Unterstützung organisiert, obwohl sie noch relativ fit ist.
Jeden Morgen kommt der Pflegedienst, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist und um zu kontrollieren, ob sie ihre Tabletten genommen hat. Das Herrichten der Tabletten übernimmt auch der Pflegedienst. Von Montag bis Freitag bekommt sie Essen auf Rädern. Alle vier Wochen macht der Hausarzt einen Hausbesuch bei ihr. Putzen und Einkaufen sowie Rasen mähen, übernehmen mein Bruder und ich im Wechsel. Die Dusche haben wir sturzsicher umgebaut. Sie kann sich somit gefahrlos selbst duschen.

Sollte sich der Gesundheitszustand verschlechtern werden wir einen höheren Pflegegrad beantragen, um noch mehr Unterstützung zu bekommen.

Mein Vater hatte Krebs und lag zum Schluss nur noch im Bett. Dreimal am Tag kam der Pflegedienst. Er konnte nicht mehr zur Toilette und nicht mehr selbstständig Essen. Einmal pro Woche kam der Hausarzt. Gott sei Dank ging dieser Zustand nicht lange. Er hatte starke Schmerzen durfte nach relativ kurzer Zeit des Leidens Zuhause sterben.

Irgendwie kriegt man es immer hin. Holt euch Unterstützung.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft.

Hallo, 

ich äußere mich ungefragt und gehe auf deine Worte ein. Siehe meine Antwort bitte nur als Hinweis. 
Mit einer Demenz zu Hause sterben ist fast unmöglich. Ab einem gewissen Zeitpunkt geht es oftmals nicht ohne rundum Versorgung. Der Wunsch deiner Mutter ist absolut verständlich und nachvollziehbar. Wurde eine Demenzform bei ihr diagnostiziert? Ist der Schlaganfall oder Arteriosklerose der Grund für die Demenz? Gab es in der Vergangenheit Tia´s? Es ist sehr sinnvoll, wenn man die Demenzform kennt und daraufhin rechtzeitig eine Therapie einleitet. Leider steht in ärztlichen Diagnosen in der Regel nur Demenz. Untersuchungen sind aufwendig und kosten den Krankenkassen viel Geld. Dennoch gibt es Möglichkeiten.  Ein Neurologe kann sensitive Tests durchführen mit einer recht guten Aussagekraft und  durch Liquor Untersuchungen kann der Demenz Typ näher bestimmt werden. Demenz ist nicht heilbar aber es gibt inzwischen mehrere nichtmedikamentöse Ansätze, die statistisch erwiesen den Verlauf eindämmen und kognitive Fähigkeiten länger erhalten. 

Eine leichte Demenz ist dafür der richtige Zeitpunkt. Hier stellen sich die besten Erfolge ein, z.B. durch die Maks Therapie. Sie sollte regelmäig durchgeführt werden, am besten mind. an 5 Tagen in der Woche. Ganz knapp auf den Punkt gebracht besteht der Sinn darin, alltagspraktischen Fähigkeiten zu stabilisieren durch Regelmäßigkeit. Positiv daran ist auch, dass sie Ängste mildert, das Stressniveau dämpft und auch das Schlafverhalten verbessert wird. Dies wird ja relativ früh gestört. Es tut den Menschen gut, wenn sie das Gefühl vermittelt bekommen gebraucht zu werden. Eine sinnvolle Betätigung schafft die notwendige Identität und ist somit als Sinnfindung essentiell.

Abwarten bis sich ein Zustand verschlechtert lässt viel Zeit ungenutzt verstreichen. Dazu sei noch angemerkt, dass die meisten Menschen aufblühen unter der Therapie und sehr gerne mitmachen. Sport ist auch immer super um die Mobilität zu erhalten. In Ämtern oder Stadthäusern liegt oftmals Infomaterial mit tollen Seniorenangeboten. 

LG Sis

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06.05.22 um 7:11
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo, 

ich äußere mich ungefragt und gehe auf deine Worte ein. Siehe meine Antwort bitte nur als Hinweis. 
Mit einer Demenz zu Hause sterben ist fast unmöglich. Ab einem gewissen Zeitpunkt geht es oftmals nicht ohne rundum Versorgung. Der Wunsch deiner Mutter ist absolut verständlich und nachvollziehbar. Wurde eine Demenzform bei ihr diagnostiziert? Ist der Schlaganfall oder Arteriosklerose der Grund für die Demenz? Gab es in der Vergangenheit Tia´s? Es ist sehr sinnvoll, wenn man die Demenzform kennt und daraufhin rechtzeitig eine Therapie einleitet. Leider steht in ärztlichen Diagnosen in der Regel nur Demenz. Untersuchungen sind aufwendig und kosten den Krankenkassen viel Geld. Dennoch gibt es Möglichkeiten.  Ein Neurologe kann sensitive Tests durchführen mit einer recht guten Aussagekraft und  durch Liquor Untersuchungen kann der Demenz Typ näher bestimmt werden. Demenz ist nicht heilbar aber es gibt inzwischen mehrere nichtmedikamentöse Ansätze, die statistisch erwiesen den Verlauf eindämmen und kognitive Fähigkeiten länger erhalten. 

Eine leichte Demenz ist dafür der richtige Zeitpunkt. Hier stellen sich die besten Erfolge ein, z.B. durch die Maks Therapie. Sie sollte regelmäig durchgeführt werden, am besten mind. an 5 Tagen in der Woche. Ganz knapp auf den Punkt gebracht besteht der Sinn darin, alltagspraktischen Fähigkeiten zu stabilisieren durch Regelmäßigkeit. Positiv daran ist auch, dass sie Ängste mildert, das Stressniveau dämpft und auch das Schlafverhalten verbessert wird. Dies wird ja relativ früh gestört. Es tut den Menschen gut, wenn sie das Gefühl vermittelt bekommen gebraucht zu werden. Eine sinnvolle Betätigung schafft die notwendige Identität und ist somit als Sinnfindung essentiell.

Abwarten bis sich ein Zustand verschlechtert lässt viel Zeit ungenutzt verstreichen. Dazu sei noch angemerkt, dass die meisten Menschen aufblühen unter der Therapie und sehr gerne mitmachen. Sport ist auch immer super um die Mobilität zu erhalten. In Ämtern oder Stadthäusern liegt oftmals Infomaterial mit tollen Seniorenangeboten. 

LG Sis

Hallo Sis,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. 

Ich befürchte auch, dass der Wunsch zu Hause sterben zu wollen, für meine Mutter nicht umgesetzt werden kann. Eine rundum Betreuung wäre weder für meinen Bruder noch für mich möglich. 

Die Art der Demenz wurde nicht festgestellt. Meine Mutter möchte auch keine weiteren Untersuchungen oder Therapien. Sie wird Ende des Jahres 88. Für sie war die Reha nach dem Schlaganfall Horror, weil sie nicht in ihrem Zuhause war. Sport oder Seniorenangebote lehnt sie ab. Sie mag keine anderen Menschen um sich, außer die Familie. Die Angehörigen sind okay für sie. 

Ängste und Stress hat sie keine, weil sie weiß, dass wir Kinder uns um alles kümmern. Gesundheitlich sieht sie sich selbst als topfit. Sie jammert nie und ist eigentlich immer gesund.

Das Gefühl gebraucht zu werden hilft ihr, da hast du Recht. Sie strikt sehr gerne Socken, Mützen und Schals. Die ganze Familie wird regelmäßig beschenkt. Wir müssen nie wieder frieren

Ihren Garten liebt sie. Und Shopping mit mir zusammen, das liebt sie auch. Ich werde heute mit ihr in Klamotten Läden bummeln und mir zum hundertsten mal alle ihre Geschichten anhören. 

Liebe Grüße

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sisteronthefly
06.05.22 um 16:27
In Antwort auf nice-to-be-here

Hallo Sis,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. 

Ich befürchte auch, dass der Wunsch zu Hause sterben zu wollen, für meine Mutter nicht umgesetzt werden kann. Eine rundum Betreuung wäre weder für meinen Bruder noch für mich möglich. 

Die Art der Demenz wurde nicht festgestellt. Meine Mutter möchte auch keine weiteren Untersuchungen oder Therapien. Sie wird Ende des Jahres 88. Für sie war die Reha nach dem Schlaganfall Horror, weil sie nicht in ihrem Zuhause war. Sport oder Seniorenangebote lehnt sie ab. Sie mag keine anderen Menschen um sich, außer die Familie. Die Angehörigen sind okay für sie. 

Ängste und Stress hat sie keine, weil sie weiß, dass wir Kinder uns um alles kümmern. Gesundheitlich sieht sie sich selbst als topfit. Sie jammert nie und ist eigentlich immer gesund.

Das Gefühl gebraucht zu werden hilft ihr, da hast du Recht. Sie strikt sehr gerne Socken, Mützen und Schals. Die ganze Familie wird regelmäßig beschenkt. Wir müssen nie wieder frieren

Ihren Garten liebt sie. Und Shopping mit mir zusammen, das liebt sie auch. Ich werde heute mit ihr in Klamotten Läden bummeln und mir zum hundertsten mal alle ihre Geschichten anhören. 

Liebe Grüße

Hallo, 

das sind bereits Ängst, weil alles Neue und Unbekannte nicht mehr richtig wahrgenommen, verarbeitet oder zugeordnet werden kann. Daraus resultieren dann die Ängste. Deshalb fühlen sich auch "alle" zu Hause im bekannten Terrain am wohlsten. Ist natürlich auch sehr nachvollziehbar, so rührend, wie ihr euch anscheinend um die Mutter kümmert. Das ist total schön zu lesen! Und es gibt nichts Bessers, als selbstgestrickten bunte Socken. Wie schön, Geschichten können nicht oft genug erzählt werden. Höre genau hin und stelle so viele Fragen, wie möglich. Meistens verfügen alte Menschen über einen unglaublichen Fundus an Erlebnissen und Erfahrungen. Es ist so herrlich dem zu lauschen. Häufig erfährt man ganz unglaubliche und interessante Dinge. Das lohnt sich in jeder Hinsicht. Ein Eierlikör im Hause schadet auch nie. 

Liebe Grüße
Sis

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hardy
hardy
06.05.22 um 20:41

Meine Mutter hatte damals unsere Oma bei sich aufgenommen. Sie selber und ihre beiden Schwestern waren damals noch vollzeit arbeiten. Ein Platz für ein Pflegeheim war schon in Aussicht, aber meine Mutter wollte sie nicht "ins Heim abschieben".

Wir haben zwei Pflegekräfte von Europapersonal oder so damals gehabt. Die kamen beide aus Polen und waren gelernte Krankenpflegerinnen. Sie habe sich im 3-4 Wochenrythmus abgewechselt und haben Oma 24/7 betreut.

Dazu brauchen die Pflegerinnen ein eigenes Zimmer im Haushalt. Der Oma hat es sichtlich gut getan und es war noch eine schöne Zeit im Kreis der Familie.

LG
Hardy

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07.05.22 um 6:55
In Antwort auf hardy

Meine Mutter hatte damals unsere Oma bei sich aufgenommen. Sie selber und ihre beiden Schwestern waren damals noch vollzeit arbeiten. Ein Platz für ein Pflegeheim war schon in Aussicht, aber meine Mutter wollte sie nicht "ins Heim abschieben".

Wir haben zwei Pflegekräfte von Europapersonal oder so damals gehabt. Die kamen beide aus Polen und waren gelernte Krankenpflegerinnen. Sie habe sich im 3-4 Wochenrythmus abgewechselt und haben Oma 24/7 betreut.

Dazu brauchen die Pflegerinnen ein eigenes Zimmer im Haushalt. Der Oma hat es sichtlich gut getan und es war noch eine schöne Zeit im Kreis der Familie.

LG
Hardy

Hallo Hardy,

hatte die Oma auch eine Form der Demenz? 
Und sie hat fremde Menschen in der Wohnung geduldet?
Das würde meine Mutter nicht wollen.

Liebe Grüße 

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07.05.22 um 7:13
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo, 

das sind bereits Ängst, weil alles Neue und Unbekannte nicht mehr richtig wahrgenommen, verarbeitet oder zugeordnet werden kann. Daraus resultieren dann die Ängste. Deshalb fühlen sich auch "alle" zu Hause im bekannten Terrain am wohlsten. Ist natürlich auch sehr nachvollziehbar, so rührend, wie ihr euch anscheinend um die Mutter kümmert. Das ist total schön zu lesen! Und es gibt nichts Bessers, als selbstgestrickten bunte Socken. Wie schön, Geschichten können nicht oft genug erzählt werden. Höre genau hin und stelle so viele Fragen, wie möglich. Meistens verfügen alte Menschen über einen unglaublichen Fundus an Erlebnissen und Erfahrungen. Es ist so herrlich dem zu lauschen. Häufig erfährt man ganz unglaubliche und interessante Dinge. Das lohnt sich in jeder Hinsicht. Ein Eierlikör im Hause schadet auch nie. 

Liebe Grüße
Sis

Hallo Sis,

danke nochmals. Jetzt verstehe ich besser, wieso sie jede Veränderung oder Unbekanntes ablehnt. Wieso meine Mutter nur in ganz bestimmte Läden möchte... Wieso sie nur ganz bestimmte Produkte kauft... Wieso sie nur mit mir shoppen will...
Das gibt ihr ein Gefühl der Sicherheit und sie hat keine Ängste/Stress.

EIne Zeit lang hat mich das etwas genervt, aber inzwischen denke ich mir, egal ob ich für eine ganz bestimmte Butter in einen ganz bestimmten Laden fahre, der 15 km entfernt liegt. Ich mache es ihr zu liebe. Es macht sie glücklich und wer weiß, wie lange sie noch lebt.

Falls du noch mehr Tipps bzw. Erfahrungswerte hast, dann kannst du sie hier gerne mitteilen. Ich freue mich drauf.

LG Rita 

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hardy
hardy
07.05.22 um 11:31
In Antwort auf nice-to-be-here

Hallo Hardy,

hatte die Oma auch eine Form der Demenz? 
Und sie hat fremde Menschen in der Wohnung geduldet?
Das würde meine Mutter nicht wollen.

Liebe Grüße 

Ja, hatte zum Ende eine Form von Demenz und Oma war nicht mehr in ihrem Haus, sondern bei meiner Mutter im Haus. Vermutlich wäre bei ihr im Haus schwieriger gewesen. Aber das hat echt gut geklappt und sie haben sich echt liebevoll um sie gekümmert.

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sisteronthefly
09.05.22 um 12:34
In Antwort auf nice-to-be-here

Hallo Sis,

danke nochmals. Jetzt verstehe ich besser, wieso sie jede Veränderung oder Unbekanntes ablehnt. Wieso meine Mutter nur in ganz bestimmte Läden möchte... Wieso sie nur ganz bestimmte Produkte kauft... Wieso sie nur mit mir shoppen will...
Das gibt ihr ein Gefühl der Sicherheit und sie hat keine Ängste/Stress.

EIne Zeit lang hat mich das etwas genervt, aber inzwischen denke ich mir, egal ob ich für eine ganz bestimmte Butter in einen ganz bestimmten Laden fahre, der 15 km entfernt liegt. Ich mache es ihr zu liebe. Es macht sie glücklich und wer weiß, wie lange sie noch lebt.

Falls du noch mehr Tipps bzw. Erfahrungswerte hast, dann kannst du sie hier gerne mitteilen. Ich freue mich drauf.

LG Rita 

Hallo Rita, 

genauso...ich denke, ihr macht instinktiv schon sehr viel genau richtig. Minimieren sich Ängste/Unsicherheiten und Stress treten weniger unangenehme Situationen ein. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Kommuikation. Ihr habt bestimmt längst festgestellt, dass Diskussionen nichts bringen oder sich möglicherweise Aggressionen dabei einstellen. Auf der sicheren Seite befindet ihr euch immer, wenn ihr sagt, was ihr seht und wahrnehmt. Z.B. Ich sehe du bist traurig...oder, das macht dich gerade richtig ärgerlich. Ohne auf ein Recht zu beharren ist dies oftmals der bessere Weg. Es schafft mehr Vertrauen und deine Mutter fühlt sich ernst genommen. 

Wenn du eine Frage hast kannst du sie gerne stellen. Ganz gleich welcher Art zu dem Thema. Euch möchte ich noch raten rechtzeitig an euer Wohlbefinden, eure Grenzen und ganz bewusst an Psychohygiene zu denken. 

LG Sis
 

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abusimbel3
11.05.22 um 14:53
In Antwort auf nice-to-be-here

Hallo Sis,

danke nochmals. Jetzt verstehe ich besser, wieso sie jede Veränderung oder Unbekanntes ablehnt. Wieso meine Mutter nur in ganz bestimmte Läden möchte... Wieso sie nur ganz bestimmte Produkte kauft... Wieso sie nur mit mir shoppen will...
Das gibt ihr ein Gefühl der Sicherheit und sie hat keine Ängste/Stress.

EIne Zeit lang hat mich das etwas genervt, aber inzwischen denke ich mir, egal ob ich für eine ganz bestimmte Butter in einen ganz bestimmten Laden fahre, der 15 km entfernt liegt. Ich mache es ihr zu liebe. Es macht sie glücklich und wer weiß, wie lange sie noch lebt.

Falls du noch mehr Tipps bzw. Erfahrungswerte hast, dann kannst du sie hier gerne mitteilen. Ich freue mich drauf.

LG Rita 

"EIne Zeit lang hat mich das etwas genervt, aber inzwischen denke ich mir, egal ob ich für eine ganz bestimmte Butter in einen ganz bestimmten Laden fahre, der 15 km entfernt liegt."

Dieses genervt sein von so einem Verhalten konnte ich auch schon beobachten. Dadurch, dass manche auf den ersten Blick relativ Fit und gesund wirken, legt man eben auch diese Maßstäbe an. Und dann macht er oder sie schon wieder dieses oder jenes. Man kann kein normales Verhalten erwarten, wenn die Krankheit das nicht mehr hergibt.

Ich war zwar nur am Rande involvier, ärgere mich aber heute, dass ich damals nicht in zu den wenigen Gelegenheiten solche Sachen wie 15 km für die Butter fahren gemacht habe.

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katja-85
katja-85
11.05.22 um 16:47

Hallo liebe Arabella,

Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es euch jetzt geht! Wir mussten das auch schon durchstehen. Wir haben dann für die Oma eine zusätzliche Pflegekraft von Außerhalb mit ins Boot geholt, die jeden Tag gekommen ist.
Leider ist es jedoch schwierig, dir hier eine konkrete Lösung zu bieten, da ja jede Familie, jeder Pflegefall anders ist. Man muss so viele Details beachten. Daher würde ich mit jemandem/einem Arzt/einer Beratungsstelle sprechen, der/die eure Situation genau kennt/kennenlernen kann und einschätzen kann.
Dann könntest du zusätzlich dir Ratgeber/Bücher durchlesen und dich über alles gut informieren, worauf man achten soll etc.
Hier hätte ich zB. einen guten Ratgeber für dich, der genau dieses Thema aufgreift:
Ich wünsche euch allen ganz viel Kraft! Irgendwie schafft man es am Ende dann doch, die Hürden zu überwinden

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arabella123
12.05.22 um 23:37

Ihr Lieben, 
Ich bin überwältigt von den vielen Antworten, Diskussionen und Anregungen! 
Ich kann leider nicht auf jeden Kommentar und Punkt eingehen, daher bedanke ich mich hier mit einem Text bei allen gemeinsam!
Wir sehen uns jetzt nach einer Pflegekraft um, die uns unterstützen wird. Und wir kennen ein paar gute Ärzte, die uns auch zur Seite stehen.
Die schwierige Phase ist nicht zu Ende, aber wir haben schonmal einen Anhaltspunkt und bleiben stark!
Ich wünsche euren Familien von Herzen auch alles Gute!

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hardy
hardy
13.05.22 um 8:52
In Antwort auf arabella123

Ihr Lieben, 
Ich bin überwältigt von den vielen Antworten, Diskussionen und Anregungen! 
Ich kann leider nicht auf jeden Kommentar und Punkt eingehen, daher bedanke ich mich hier mit einem Text bei allen gemeinsam!
Wir sehen uns jetzt nach einer Pflegekraft um, die uns unterstützen wird. Und wir kennen ein paar gute Ärzte, die uns auch zur Seite stehen.
Die schwierige Phase ist nicht zu Ende, aber wir haben schonmal einen Anhaltspunkt und bleiben stark!
Ich wünsche euren Familien von Herzen auch alles Gute!

Euch viel Erfolg und eine gute Pflegekraft, mit der ihr alle zurecht kommt.

Fühl dich gedrückt
Hardy

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arabella123
16.08.22 um 23:18

Dankeschön!

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A
arabella123
16.08.22 um 23:19
In Antwort auf hardy

Euch viel Erfolg und eine gute Pflegekraft, mit der ihr alle zurecht kommt.

Fühl dich gedrückt
Hardy

Dankeschön!

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fuechslein-101
fuechslein-101
11:26
In Antwort auf arabella123

Dankeschön!

Bei mir sind es ja nicht die Eltern, da ist es die Frau, die eine 24 h-Pflege braucht. Und ja, es ist schwer!

Und ja, seit einiger Zeit übernimmt auch mal meine Tochter, damit ich mal raus kann um den Kopf frei zu bekommen.
Einen Pflegedienst wollen wir nicht, der kommt nur zu diesen vorgeschriebenen, halbjährlichen Beratungsgesprächen. 

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11:39
In Antwort auf fuechslein-101

Bei mir sind es ja nicht die Eltern, da ist es die Frau, die eine 24 h-Pflege braucht. Und ja, es ist schwer!

Und ja, seit einiger Zeit übernimmt auch mal meine Tochter, damit ich mal raus kann um den Kopf frei zu bekommen.
Einen Pflegedienst wollen wir nicht, der kommt nur zu diesen vorgeschriebenen, halbjährlichen Beratungsgesprächen. 

Wieso wollt ihr keinen Pflegedienst?

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fuechslein-101
fuechslein-101
11:43
In Antwort auf nice-to-be-here

Wieso wollt ihr keinen Pflegedienst?

Meine Frau schafft es z.B. nicht allein, auf Toilette zu gehen. Ein Pflegedienst würde ihr eine Windel drummachen und gut. Schon das ist ein Grund, auf den Pflegedienst zu verzichten. das hat etwas mit der Würde meiner Frau zu tun! Noch schaffe ich es, sie regelmäßig aufs Klo zu tragen (und meine Tochter auch)!

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nice-to-be-here
12:12
In Antwort auf fuechslein-101

Meine Frau schafft es z.B. nicht allein, auf Toilette zu gehen. Ein Pflegedienst würde ihr eine Windel drummachen und gut. Schon das ist ein Grund, auf den Pflegedienst zu verzichten. das hat etwas mit der Würde meiner Frau zu tun! Noch schaffe ich es, sie regelmäßig aufs Klo zu tragen (und meine Tochter auch)!

Okay, das kann ich verstehen.

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