Home / Forum / Forum 50+ / Verrückte Oma

Verrückte Oma

17. Januar 2012 um 7:45

Hallo ihr Lieben,

Ich (oder wir: die ganze Familie) habe ein großes Problem.

Wir leben mit meinen Großeltern in einem großen Haus zusammen.
Das Problem an der Sache ist meine Oma.
Um sie ein wenig zu beschreiben:
Sie ist 79, noch recht fit (bis auf ihr starkes Übergewicht und Hüftprobleme), sehr stur, kindisch, sehr sehr egoistisch und bösartig (vor allem, was den Umgang mit meinem Opa und meiner Mutter angeht).
Sie kauft sehr viele Klamotten, das hat sie schon immer getan. Allerdings in krankhaftem Maße (mindestens 1-2 mal pro Woche kommt der Hermes-Versand vorbei). Deshalb spart sie am Essen und kauft nur sehr billige (und immer dieselben) Produkte ein, hauptsächlich nur das, was sie selbst gern isst, nie das, was mein Opa gerne essen würde.
Ausserdem hat sie den krankhaften Wahn, jedes Zimmer in ihrer Wohnung mit Möbeln und Tvs zu zu stellen. So besitzt sie mittlerweile rund 4 Fernseher, 4 Sofas, 2 Küchenzeilen, und und und... Sie wohnt im Dachgeschoss, das ist eine wunderschöne Wohnung mit großem Wohnzimmer mit Blick übers ganze Dorf und das umgebende Land, grossem Esszimmer, schöner Küche, einem Gästezimmer, Schlafzimmer, einer Speise- und 2 Abstellkammern (die bis zum Rand voll mit abgestellten Möbelstücken voll sind) und trotzdem verbringt sie den ganzen Tag in ihrer Waschküche im Keller, in der die zweite küchenzeile und ein Sofa, Tisch und Stühle, sowie TV stehen. Sie geht nur hoch, um zu schlafen und ihre Morgentoilette zu verrichten.
Trotzdem beschwert sie sich wehklagend, diese Wohnung sei ihr zu klein und nicht standesgemäß. Außerdem könne sie die Treppen nicht mehr laufen. Auf den Vorschlag, ihr einen Treppenlift einzubauen, lachte sie. Nein: Sie will in ihr anderes (zweites) Haus einziehen, das sie vor Jahren meiner Mutter überschrieben hat.
Da aber für uns abzusehen ist, dass sie nicht mehr lange allein zurecht kommt, haben wir diesen Wunsch nicht erfüllen können, was meine Oma wahnsinnig macht, immerhin habe sie (=mein Opa, aus eigener Kraft, da er früher Maurer war) dieses Haus selbst gebaut!
Was ihren Lebensstil angeht (die Rente für Möbel und Klamotten rauswerfen und lieber am Essen sparen, nur mit tonnenweise Fett zu kochen und nur das Gemüse aus dem Garten zu essen (was mein Opa anbauen muss), am Öl zu sparen, indem mit Holz gefeuert wird (das mein Opa hacken und reintragen muss), sich nur einmal in der Woche zu baden, 10 Kisten voll Äpfel im Herbst in der Garage zu lagern (-> Opa) und davon 9 wieder im Januar wegzuwerfen (->Opa), und so weiter, lässt sie sich von niemandem reinreden.
Und nun zum Verhältnis zu meinem Opa:
Sie schreit ihn den ganzen Tag lang an. Er ist ihr persönlicher Sklave und muss hart schuften, um ihren Lebensstil zu erhalten. Um ein paar Beispiele zu nennen: Als er diesen Januar die vergammelten Apfelmassen in den Wald schaffen sollte, hat sie ihn angeschrien (wie ca 6-7 mal am Tag), er habe die Äpfel zu sehr an den Waldrand geworfen und da können die Leute aus dem Dorf das sehen (ist ja immerhin tatsächlich illegal!). Deshalb hat sie ihn angewiesen, bei Dunkelheit, im Winter, sofort wieder in den Wald zu gehen und das richtig zu machen.
Das war nur ein Beispiel. Sie geht schrecklich mit ihm um und er lässt sich das schon immer gefallen,weil er so ein herzensguter Mensch ist und alles für sie tut.
Mittlerweile ist er aber sehr alt geworden (mit seinen 76 Jahren sieht er aus wie 86, da er sein Leben lang hart für meine Oma schuften musste) und er hat gesundheitliche Probleme (die Nierenwerte sind im Keller, sein Herz macht schlapp, seine Hände sind taub, er hört nur noch 20%...)
Kleines Beispiel noch für den Umgang mit meinem Opa:
Wenn man ihm einen leckeren Fresskorb zum Geburtstag schenkt, isst SIE die hälfte und friert die andere Hälfte ein. Schenkt man ihm Pralinen, sackt sie die ein und verschenkt sie bei nächster Gelegenheit weiter...

Der Rest der Familie (ausser wir, die im selben Haus wohnen) möchte nicht mehr viel mit meiner Oma zu tun haben, weil sie so gemein zu meinem opa und generell auch bösartig ist. Sie leidet auch unter der Isolation von der Familie, versteht jedoch nicht, warum sie keiner mehr leiden kann.

Meine Mutter ist mittlerweile am Ende ihrer psychischen Kräfte. Sie hat schon oft versucht, meiner Oma was zu sagen, aber sie ist so dominant und selbstsüchtig, dass sie da absolut nichts ändern will.
Das Geschrei mit meinem Opa den ganzen Tag lang, Beschuldigungen, meine Mutter habe meiner Oma das Haus geklaut , Bösartigkeiten wie die Aussage Du musst ausziehen, ich brauche das GANZE haus etc, das macht meine Mutter sehr traurig und sie verzweifelt daran.

Und ich sehe mir an, wie meine Oma meinen Opa ins Grab bringt und meine Mutter zu einem psychischen Wrack macht.

Gibt es denn Möglichkeiten für mich, da einzuschreiten?
Kann man sie vllt entmündigen und ihre Lebensweise (vor allem die von meinem Opa) ändern?
Gibt es irgendwas, das ich tun kann?

Ich hoffe, hier hilfreiche Infos und Ideen zu bekommen.

LG,
Sanzi

Mehr lesen

3. September 2012 um 17:02

Nette Idee
Danke für die Antwort!

Also zunächst einmal: Es hat sich einiges geändert, seitdem ich den Beitrag hier im Forum geschrieben habe.

Mittlerweile wohnen meine Großeltern alleine, weil meine Mutter den Stress nicht mehr ausgehalten hat und zudem mein Vater einen Job weiter weg angenommen hat, weshalb sie in ein anderes Bundesland gezogen sind.
Ich selbst bin auch ausgezogen.

Momentan läuft alles wie vorher. Meine Oma herrscht und waltet so wie früher und mein Opa lässt sich alles gefallen.
Da die beiden aber noch einigermaßen zurecht kommen, gibt es erst einmal keine weiteren Hilfen.

Tatsächlich haben meine Eltern meinen Opa mal für 2 Wochen ins neue Haus weiter weg eingeladen und er ist dort richtig aufgeblüht in der Zeit, die er dort verbracht hat!
Er war richtig glücklich ohne meine Oma, aber jetzt ist es eben wieder so wie vorher.
Da er sich nie selbstständig aus der Tyrranei dort befreien wird, kann ihm so auch keiner helfen. Das haben wir auch nun alle so akzeptiert.

Solange sie noch mit ihrem eingelebten Lebensstil zurecht kommen und keiner der beiden ernsthaft krank wird, kümmere ich mich um die Kleinigkeiten, wenn es mal was zu tun gibt.

Die Situation von vorher hat sich somit aufgelockert und meine Mutter hat endlich wieder einen freien Kopf, weil sie das Geschrei und den Krach zuhause nicht mehr ertragen muss.

Vielen Dank für die Ratschläge und Meinungen!

Es tut gut, mal mit Außenstehenden darüber zu reden Außerdem gut zu wissen, dass man nicht der/die Einzige ist, der sich mit sowas rumplagen muss!

LG
Sanzi

Gefällt mir

7. September 2012 um 17:20

Spät aber hoffentlich in time
Hallo Sanzibar, ich kann deine/eure gefühle sehr stark nachvollziehen, das Einzige was ich dir / euch sgen kann ist: Einfach NEIN sagen, und durchhalten. Ich weiß, daß ist sehr schwer, aber es ist das Einzige was hilft.
Gruß samoth

Wenn bedarf besteht, dann bitte melden

Gefällt mir

Frühere Diskussionen

Beliebte Diskussionen

Hydro Boost

Teilen
Noch mehr Inspiration?
pinterest

Das könnte dir auch gefallen